"Denn wer sie erschafft, der darf nicht in ihnen leben." - Die Parallelwelten in Oneiric

Der vergangene Monat war ein ereignisreicher für Oneiric. Auch wenn ich das vor ein paar Wochen selbst noch nicht geglaubt hätte.

Aber zurück auf Anfang. Schon seit ein paar Wochen kam ich mit meiner Geschichte nicht richtig voran. Dafür kann es im Allgemeinen zwei Gründe geben: Entweder man mag die Szene nicht, an der man gerade arbeitet, oder es gibt Plotholes (=Löcher in der Planung des Buches, die einem erst später auffallen und dann ganz fies die Handlung behindern). Ist Ersteres der Fall, schreibt man die Szene einfach um. Oder raus. Nicht ganz einfach, aber machbar. Bei Zweiterem ist das schon verzwickter, da man am gesamten Hintergrund des Buches rumdoktorn muss, und nicht nur an einer Szene. Man muss neue Elemente in den Roman einarbeiten, die die Löcher schließen, aber dabei aufpassen, dass sie mit dem vorhandenen Material nicht kollidieren. Zu gut Deutsch: eine Scheißarbeit.

Nun hatte ich das Problem, dass bei mir Zweiteres zutraf: Ich hatte Plotholes.

Und was passiert mit einem Autoren, der Plotholes bemerkt? - Er wird mürrisch. Und zwar nicht nur mürrisch, sondern richtig depressiv. Autoren sind eine seltsame Spezies, deren Seelenfrieden von dem subjektiven Gelingen einer fiktiven Geschichte abhängt.

Und was macht ein Autor, um gegen diese Verstimmung etwas zu tun? - Nun, nichts. Außer in Wochen des Selbsthasses und der Prokrastination zu zergehen und noch unzufriedener zu werden, weil er überhaupt nichts schreibt. Bis er sich letzten Endes doch aufrafft und sich daran wagt, den Plot zu verändern.

Nun habe ich einen großen Vorteil, den andere Autoren nicht haben: Caro. So eine Schreibpartnerschaft ist schon praktisch - aber dazu mehr in unserem übernächsten Blog (kommt am 24.12.).

Zurück zum Thema: Eine Stunde telefonieren mit Caro und schon hatte ich die Änderungen, die so dringend notwendig waren.

Aber welche sind das denn jetzt konkret?

Also. Dass Träume in meiner Romanreihe eine zentrale Rolle spielen, ist bekannt. Wenn nicht: hier ;) Doch was weitaus weniger Leute wissen - bis jetzt zumindest -, ist, dass auch Parallelwelten eine Rolle spielen. Eine große Rolle. Vielleicht sogar die Wichtigste... Und einige meiner Charaktere können sie erschaffen. Aber zu einem hohen Preis, "denn wer sie erschafft, der darf nicht in ihnen leben."

Man möchte meinen, niemand würde es wagen, auch nur an einen neue Welt zu denken, wenn er dafür sein Leben lassen müsste. Dennoch finden sich mehr Welten in Oneiric, als man an einer Hand abzählen kann. Warum? Nun, die Leute hatten schon ihre Gründe.

Und genau an diesen Gründen habe ich gearbeitet - sehr zufriedenstellend. Auf einmal passte alles ineinander und sie haben sich nun in eine so gut verstrickte Angelegenheit entwickelt, dass ich selbst immer wieder auf meine Diagramme schielen muss. Aber das geht selbst meinem großen Vorbild, J.K. Rowling, mit den Regeln ihrer Welt nicht anders. Daher sehe ich das als gutes Zeichen.

Näheres zu erklären, würde hier den Rahmen sprengen und euch außerdem gnadenlos spoilern ;) Nur so viel sei gesagt: Vor ein paar Tagen schrieb ich eine Szene, in der meine Protas (=Protagonisten) Genaueres über die Parallelwelten erfahren. Daraufhin kommentiert einer von ihnen: "This shit is getting pretty fucked up."

Ja. Ich finde, er trifft den Nagel auf den Kopf.


In der Hoffnung, euch neugierig gemacht und gleichzeitig vollends verwirrt zu haben ;).


Eure Dragonfly Johanna

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